Die geschlossenen Kitas in Emmaus

Die geschlossenen Kitas in Emmaus


# Aus den Kitas
Veröffentlicht von Peter Andersen am Dienstag, 31. März 2020, 00:00 Uhr
© Peter Andersen

Von Peter Andersen. Für alle Familien mit Kita-Kindern ist mit dem Erlass, dass die Kitas nicht mehr zugänglich sind, zusätzlich eine äußerst schwierige Zeit angebrochen. Berufliche und familiäre Anforderungen kommen in einen teilweise nicht aufzulösenden Konflikt. Darüberhinaus ist es schlicht für alle Beteiligten anstrengend: Kindern fehlen ihre SpielkameradInnen. Mütter und Väter befinden sich im Dauermodus, ihre Kinder irgendwie bei Laune zu halten. Einer meiner Freunde schrieb vergangene Woche – am 9. Tag nach der Schließung der Kita: „Der gefühlt 137. Tag ohne Kita“.

Und was passiert jetzt eigentlich in den Kindertagesstätten in der Schließungszeit? 

Immerhin sind es sechs an der Zahl, die als Kitas der Diakonie in unserem Gemeindegebiet existieren. Die Kitas sind für die Notbetreuung von Kindern geöffnet, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Seit dem letzten Wochenende ist eine Betreuung jetzt möglich, wenn auch nur eines der Elternteile in einem dieser betreffenden Berufe arbeitet – vorher mussten beide Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeiten. Jenseits der Sorge, inwieweit durch diese Lockerung mögliche Infektionsketten neu eröffnet werden, stellt die Notbetreuung in der jetzigen Situation als solche jede Kita vor organisatorische Fragen. 

In der Regel ist es so, dass derzeit nur so viele Mitarbeitende in der Gruppenarbeit vor Ort sind, die für die Betreuung von Kindern benötigt werden. Alle anderen sind offiziell im Homeoffice, um von zuhause z.B. Dokumentationen aufzuarbeiten. Prinzipiell sind sie natürlich je nach Bedarf jederzeit abrufbar. Diejenigen, die in der Kita sind, bilden bei einer derzeit noch kleinen Anzahl von Kindern zum Beispiel zu zweit ein Team für die Betreuung. Gut in der jetzigen Situation ist, dass in allen Kitas vor einiger Zeit das sogenannte „Offene Konzept“ eingeführt wurde. Hierbei haben die Kinder die Möglichkeit, alle Angebote einer Kita wahrzunehmen. Sie sind so nicht auf eine feste Gruppe und auf eine bestimmte Erzieherin oder einen bestimmten Erzieher fixiert. Dadurch ist es meist relativ einfach, dass sich die zu betreuenden Kinder ihrerseits in die ungewohnte Situation einfinden können. Und je älter ein Kind ist, desto unproblematischer ist es eh. 

Ergänzend dazu ist es so, dass sich die Kitas auf der Leitungsebene so organisiert haben, dass Leitung und Stellvertretung abwechselnd in der Kita vor Ort sind und nicht gemeinsam, so dass bei der Erkrankung der einen nicht automatisch auch die andere ausfällt. Entsprechend verläuft die Kommunikation vor allem über E-Mail und Telefon. Und hierbei spielt natürlich der Elternbeirat eine große Rolle, mit dem jeweils ein enger Kontakt gehalten wird. Denn schließlich sitzen alle Beteiligten im gleichen Boot: Allen ist nicht klar, wie sich in den nächsten Wochen alles entwickelt. Aktuell sind die Kitas bis einschließlich 19. April geschlossen. Doch niemand wäre derzeit in der Lage, verbindlich zu sagen, dass danach auch wirklich die Kitas wieder geöffnet sein werden.

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