Zusammen weniger allein

Zusammen weniger allein


# Aus dem Pfarrteam
Veröffentlicht von Elisabeth Schwab am Donnerstag, 2. April 2020, 00:00 Uhr
© pexels.com

Von Elisabeth Schwab. Ist es in diesen Tagen besser allein oder zu zweit oder mit einer ganzen Familie zu Hause zu hocken? Klar, das kommt auf verschiedene Faktoren an. Stand der Beziehung, Größe der Wohnung, Internetzugang, Spielmöglichkeiten für Kinder ….  Wie ist das bei Ihnen?

Allein zu sein, kann sehr guttun. Wenn wir Zeit für uns selbst und unsere Gedanken haben - das tut gut und wir brauchen diese Auszeit. Schwierig ist das 24/7 und dass wir schlicht nicht wissen, wann es endet, wann wir Menschen wieder nahekommen dürfen, ausgehen … Denn Alleinsein kann schmerzen und richtig nerven, betrifft übrigens Menschen jeden Alters.  Wir sind zur Gemeinschaft bestimmte Wesen. Jeder Mensch ist auf andere angewiesen.  

Was also tun?

Eine wichtige Lebenskompetenz ist es, hinzunehmen, dass es ist, wie es ist, wenn wir etwas nicht ändern können. Aber wir sind nicht hilflos.

Es handelt sich um ein physisches Kontaktverbot und nicht um ein soziales. Kontakte sind erlaubt, nur eben nicht direkt. Ob Telefon, E-Mail oder Chat: Soziale Medien sind gerade echt eine Hilfe. Facetime oder Videokonferenz: Es ist doch schön, sich zu sehen. Auch wenn das digitale Klassenzimmer immer wieder hakt – Server überlastet. Instagram und WhatsApp, wunderbar, wenn man in Kontakt bleiben kann!

Vielleicht möchten Sie sich auch beteiligen an einer Telefonkette hier bei uns im Kiez. Dann melden Sie sich bei Gemeindeschwester Klaudia Zepuntke, Telefon 0211-684280.

Vom Austausch profitieren wir alle.  Wenn wir Menschen beistehen, hilft uns das auch selbst in unserer Einsamkeit und auch in unseren eigenen Nöten. Wir kreisen nicht mehr nur um uns selbst, bekommen mit: Auch mein Nachbar hat sein Päckchen. Geteiltes Leid …

Ich selbst bin sehr glücklich über das gemeinsame Singen im Häuserblock, jeden Abend. So fühle ich mich verbunden. Was gibt’s bei Ihnen? Achten sie doch auch einmal auf die Glocken in Ihrer Nachbarschaft. Jeden Abend um 19.30 Uhr läuten Sie und rufen uns zum Gebet. Unsere katholischen Schwestern und Brüder haben es vorgemacht und wir machen mit:  jeden Abend um 19.30 Uhr - innehalten und beten. Wenn wir uns dann ans Fenster stellen, vielleicht eine Kerze anzünden, nehmen wir auch unsere Nachbarn wahr, die sich vielleicht auch zeigen.

Wir sind viele. Halten wir zusammen, dann halten wir auch durch.

Kommentare

Monika & Christoph Wanner-Krause
Liebe Frau Schwab,
wenn es zeitlich klappt, hören wir gerne die Kirchenglocken, ob am geöffneten Fenster in der Küche beim Abendbrot, oder auf dem Balkon, oder im Hof, nahe der Werkstatt.
Wir sind dann mit unserer Emmausgemeinde & Ihnen verbunden.
Ihre vielen hier niedergeschriebenen Gedanken können wir nach-empfinden, spenden Trost. Liebe Grüße Ihre Wanner-Krauses