ICH bin da. Auferstehung ist hoffen im Hier und Jetzt. Ein Banner nicht nur für die Ostertage

ICH bin da. Auferstehung ist hoffen im Hier und Jetzt. Ein Banner nicht nur für die Ostertage


# Aus dem Pfarrteam
Veröffentlicht von Peter Andersen am Samstag, 11. April 2020, 07:00 Uhr
© Emmaus

Von Peter Andersen. In der Karwoche und in den Ostertagen sind alle Kirchen geschlossen. Hätte mir jemand das vor einigen Monaten gesagt: Ich hätte der Person wohl nicht geglaubt. Doch jetzt ist es so. Manch Ältere unter uns haben erzählt, dass sie in den letzten Wochen gewollt oder ungewollt Erinnerungen an die Kriegszeit reaktiviert haben. Erinnerung an Zeiten, in denen auch – trotz der unterschiedlichen Situation – Vieles ausgehebelt war.

Ostern ohne die gemeinsam feiernde Gottesdienstgemeinde? Bedeutet das eine verlängerte Karfreitagsstimmung?

Nein!

Ohne etwas schön reden zu wollen: Die offenen Kirchen sind nicht das Maß, sondern Gott allein, DER – wie es in den biblischen Schriften immer wieder betont wird – wirken kann so wie ER will. Und darauf dürfen wir vertrauen.

Wie auch andere Gemeinde versuchen wir, unserem Auftrag auf anderen Kanälen nachzukommen. Ein Puzzlestück darin sind die Banner, die vor Ostern an den Kirchen unserer Gemeinde angebracht werden. Banner: damit auch etwas nach außen sichtbar wird.

ICH bin da.

Auferstehung ist hoffen im Hier und Jetzt.

 

ICH bin da.

Dieser kurze Satz ist dem 3. Kapitel des 2. Buch Mose entnommen. Es ist die Geschichte als Mose beim Hüten der Schafe einen brennenden Dornbusch entdeckt und Gott begegnet. „ICH bin da“ – in der Übersetzung der ‚Bibel in Gerechter Sprache’ – ist der „Name“, den Gott dem Mose nennt. In anderen Übersetzungen wird das oft als „ICH bin, der ICH bin“ ins Deutsche übertragen. 

„ICH bin da“ erscheint mir als eine sehr viel angemessenere Verdeutschung: wird damit eine Grundhaltung Gottes in Worte gefasst, die sich vom Anfang bis zum Ende der biblischen Geschichten durchzieht - als die Zusage, dass Gott da ist. Und das bedeutet, dass ER diese Welt und uns nicht sich/uns selbst überlässt. 

„ICH bin da“ – auch wenn wir Menschen über die unzähligen Generationen hinweg immer wieder den Eindruck hatten und haben, dass wir gottverlassen seien.

Dieses „ICH bin da“ ist in der biblischen Erzählfolge die Ouvertüre für die Befreiung des Volkes Israels aus dem Sklavenhaus Ägypten. Gottes Zusage hatte Bestand und mündete in der Freiheit der Israeliten aus. Und darin ist dieses „ICH bin da“ ein direkter Link/eine direkte Verbindung zum Osterfest: Denn Jesu Tod und Auferstehung fällt bewusst in die Zeit des damaligen Pesachfestes, bei dem der Rettung aus Ägypten gedacht wurde. Denn der Gott, der damals SEIN Volk aus dem Sklavenhaus herausführte, ist der gleiche Gott, der dann auch Jesus von den Toten auferweckt hat.

ICH bin da.

Drei Wörter, die uns gegeben sind. Ganz gleich in welcher Zeit und ganz gleich in welchen Rahmenbedingungen wir leben. Ganz gleich, ob die Kirchen offen sind oder nicht. Diese Zusage gilt ohne Einschränkung.

ICH bin da. 

Daher ist die Auferstehung Jesu als ein in Tat geronnener Ausdruck dieser Zusage etwas, was uns hoffen lehrt. Gerade auch in diesem Jahr: Auferstehung ist hoffen im hier und jetzt.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Osterfest!

Kommentare

Monika & Christoph Wanner-Krause
Das Puzzlestück der Banner "ICH BIN DA!" Auferstehung ist hoffen im Hier und Jetzt - weiß auf hellgrünem Grund, nach außen sichtbar für vorbei fahrende & laufende Menschen. Nicht "gottverlassen zu sein", eine wichtige Botschaft in dieser schweren Corona-Zeit !!!
Die frohe Botschaft dann in der Newsletter # 05, ja, Frohe Ostern für alle Gemeindemitglieder !!!