Konfirmationen!?

Konfirmationen!?


# Aus dem Pfarrteam
Veröffentlicht von Elisabeth Schwab am Freitag, 22. Mai 2020, 15:21 Uhr
© Elisabeth Schwab

„Konfirmare“ heißt „festmachen“, „bestärken“ – gar nicht so leicht in turbulenten Zeiten. Zumindest das Festmachen, denn wir mussten – wie viele andere Kirchengemeinden auch - die Konfirmationen verschieben. An diesem Himmelfahrtswochenende hätten wir an drei Tagen miteinander in der Matthäikirche gefeiert.

Die Konfirmation von Richard, Jason, Nicolas, Tim, Karl, Lorenz, Lenn, Valentin, Melina, Felix, Anna-Maria, Moritz, Jan, Maximilian, Viola, Amelie, Lilian, Maya, Elisabeth, Leandro, Emmi, Ronja, Julian, Myles, Lucia, Carly, Jolina, Lilly, Tristan, Charlotte, Nathalie, Johann, Greta, Sharon, Mia, Nalin, Samuel, Sebastian, Hanna, Laura, Lotte, Perdita, Jessica, Maja, Fabienne-Chantal  konnte nicht stattfinden.

Aber zumindest bestärken können wir uns gegenseitig.

Unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden haben wir schon mal einen kleinen Kartengruß geschickt. Abgebildet ist auf der Karte ein Labyrinth. Das Labyrinth ist ein altes christliches Symbol, das für unseren Lebensweg steht.

So einmalig für uns die derzeitige Krise ist, so oft erleben wir auch in normalen Zeiten, dass alles anders kommen kann als man denkt. Manchmal durch Krankheit, Trennung von Familien oder anderen Widrigkeiten des Lebens.  Unser Lebensweg verläuft nie gerade, bei niemandem. Immer wieder gibt es Wendungen, die uns überraschen und herausfordern, die uns Fragen stellen.   

Das Besondere daran, den Lebensweg als Labyrinth zu sehen ist: Ich kann mich nicht verirren. Während es in einem Irrgarten Sackgassen gibt, führt das oben abgebildete Labyrinth immer ans Ziel. Selbst der allerentfernteste Punkt liegt auf dem „richtigen“ Weg.  In elf Kreisen windet sich der Weg zur Mitte. Elf ist die Zahl der Unvollkommenheit. Das erinnert uns hier: Niemand braucht perfekt sein. Im Gegenteil. Es gibt 28 Kehren. 28 Mal stoßen wir an, denken um, kehren um. Nicht immer ist erkennbar, wohin der Weg geht. Manchmal scheint er weg zu führen - so wie in diesen Monaten. Konfirmation, Bestärkung meines Glaubens? Ausgefallen?  Nein, nur verschoben. Das Versprechen Gottes gilt: "Ich bin da." Auch an den Bruchstellen des Lebens. Auch durch die dunklen Täler des Lebens. In der Bibel heißt es in Psalm 23: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich mich nicht. Denn du bist bei mir." Selbst unsichere Wegstrecken stehen unter der Zusage Gottes. Ecken und Kanten, Verletzungen und schwierige Zeiten gehören zum Leben dazu. 

Vielleicht können wir uns alle gegenseitig auch bestärken und zum Durchhalten ermutigen:

Liebe Leserin, lieber Leser, was ist Ihnen und Euch von Eurer Konfirmation geblieben? Woran erinnern Sie sich? Vielleicht an den Konfirmationsspruch, diesem Bibelwort, dass jedem Konfirmanden, jeder Konfirmandin persönlich zugesprochen wird.

Früher wurde einem der Konfirmationsspruch meistens vom Pastor, der Pastorin gegeben.

Mein Vater hat mir zum Beispiel vor 39 Jahren meinen Konfirmationsspruch ausgesucht: Ich aber will auf den HERRN schauen und des Gottes meines Heils warten; mein Gott wird mich hören. Ein Wort aus dem Buch des Propheten Micha (7,7), dass auch schon zu anderen Gelegenheiten in der Familie weitergegeben wurde und so verbindet mich die Zuversicht, die ich daraus lese, auch mit meinem Urgoßvater.  Für mich ein schöner Gedanke, denn ich glaube seinem Glauben.

Heute suchen die meisten Jugendlichen ihren Konfirmationsspruch selbst aus. Vielleicht mit Hilfe von Freunden oder Paten oder der Familie oder auch https://www.konfispruch.de.  Jedenfalls weiß ich, dass sie sich dazu viele Gedanken machen.

Liebe Leserin, lieber Leser, kennen Sie noch Ihren Konfirmationsspruch? Oder haben Sie zu anderer Gelegenheit ein Bibelwort zugesprochen bekommen, dass Sie kräftigt, bestärkt und ermutigt?

Lassen Sie uns gegenseitig mitteilen, was uns selbst trägt und uns Zuversicht und Hoffnung schenkt.

Nutzen Sie dafür doch gerne die Kommentarfunktion um „Ihr Bibelwort“ zu teilen.

Kommentare

Hildi
Meinen Vater hat sein Konfirmationswort sehr getröstet. Bis zuletzt. Er ist im vergangenen November gestorben. Es ging so: "Fürche dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." Er hat das als Wort von Gott an ihn verstanden.
Mir fehlt so ein Spruch, bin leider nicht konfirmiert worden.
Dana
„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ (Psalm 18, 30) ?