Musik aus der Matthäikirche

Musik aus der Matthäikirche


# Aus der Kirchenmusik
Veröffentlicht von Karlfried Haas am Freitag, 3. Juli 2020, 18:51 Uhr
© Karlfried Haas

Von Rebecca Ferydoni.

Singen macht glücklich

Es beginnt mit einer Weitung der Körperräume durch den Atem. Wie ein Vermittler zwischen Außenwelt und Innenwelt errichtet er Gewölbe und Nischen hinter den Schlüsselbeinen, zwischen den Rippen und im Bauch. Schließlich drängt er ins Freie und bringt auf seinem Weg die Stimmbänder zum Schwingen. Die Schwingung wird zum Ton und findet Resonanz: im Körper, im Raum um uns herum. Mein einsamer Ton verschmilzt dort mit dem meines Nachbarn, Klänge entstehen. Dann passiert das Wunder: Fand ich zu Hause meine Stimme noch schwächlich, brüchig und in der Höhe etwas schrill, klingt sie jetzt neben meinem Nachbarn doch eigentlich ganz passabel, an einigen Stellen direkt schön.

Und schließlich der Text: Mir ist es immer so ergangen, dass mir ein gesungener Text noch jahrelang im Gedächtnis blieb. Die einzigartige Synthese von Klang und Worten findet einen Ort in meinem Körpergedächtnis jenseits aller Vergesslichkeit. Lieder eignen sich hervorragend zum Erlernen einer neuen Sprache. Ich habe neulich, beim Lernen mit meinem Sohn, sogar mit Hilfe eines Songs die PQ-Formel zum Lösen Quadratischer Gleichungen auswendig gelernt! 

Ausgerechnet das gemeinsame Singen, dieser wunderbare Vorgang, der uns die Verbindung mit uns selbst, mit anderen und mit dem Gesungenen so wohltuend spüren lässt,  ist im Moment noch nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb ist unser heutiger Beitrag wieder eine Liedbegleitung, bei der Sie, anstelle eines Gesangsnachbarn, Klavier und Trompete zur Unterstützung an Ihrer Seite haben. Viel Spaß beim Mitsingen wünschen Rebecca und Kambiz Ferydoni.

Video: Karlfried Haas

Kommentare

Silke Klotz
Superschön! Vielen Dank!
Waltraut Böttger
Das habt ihr toll gemacht, vielen Dank und Grüße
Waltraut Böttger